Zum Futter für die Kühe und den Boden . . .

 

 

Vollgas -oder Vollgraskühe, das war für uns die Frage…

…oder besser gesagt, das war von Anfang an klar.

 

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Natürlich fressen Rinder Gras, dafür ist ihr Verdauungssystem ausgelegt. Am liebsten fressen sie selektiv, das heißt sie können frei wählen wo, und welche Gräser und Kräuter sie gerade fressen möchten. Am besten geht das natürlich auf der Weide. Wenn jedoch nicht genug Weidefläche am Hof vorhanden ist, wird im Stall frisches Gras dazu gefüttert. Das setzt natürlich voraus. dass mehr Fressplätze wie Kühe da sind, damit sie ihr Futter selektieren können, und das auch rangniedere Tiere ausreichend Futter bekommen.
 Mit dieser Futtergrundlage erreichen wir eher ein gemäßigtes Milchleistungsniveau, aber dazu an anderer Stelle mehr…

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Sobald andere Futtermittel eingesetzt werden kann die Milch sich im Geschmack und in der Zusammensetzung negativ verändern, zumindest wenn man dafür sensibel ist, so wie viele Kinder. Mir ist das aus meiner Kindheit noch in Erinnerung, wenn z.B. Steckrüben, Stoppelrüben oder manchmal sehr feuchte Silage gefüttert wurden. Das ist auch ein Grund dafür, warum gerne Milch vom frischen Gras oder von Heu verkäst wird. Darüber hinaus ist der Gehalt an ungesättigten Fettsäuren höher. Und außerdem ist man nicht so sehr auf Konservierungsstoffe angewiesen. Das war für uns Grund genug, Käse nur von Grasmilch herstellen zu lassen, also wenn keine Silage gefüttert wird. So können wir nur von Anfang Mai bis Oktober Milch verkäsen lassen. Es wird daran gearbeitet, Heu von bester Qualität zu erzeugen, damit auch im Winter Milch verkäst werden kann.

Unsere Kühe bekommen schon seit über 10 Jahren keine Maissilage mehr, da der Arbeitsaufwand für den Anbau hoch ist und die Schäden durch Krähenfraß und Wildschweine sehr groß sind.
Der Maisanbau hat zudem unsere Böden ausgelaugt, weil er sehr viel Humus verbraucht hat. Somit verschlechtert er die Wasserhaltekraft und fördert die Bodenerosionen.
So reagiert die Natur, und wir wollen nicht gegen die Natur kämpfen, sondern im Einklang mit ihr leben und arbeiten. Zudem sind wir auf eine gute Bodenfruchtbarkeit und Wasserhaltekraft bei unseren sandigen Böden angewiesen, damit das Kleegras als Leguminose (Stickstoffsammler) und als Humusbildner gut gedeiht.

Zusätzlich bekommen wir von einigen Beverstedter Bürgern Rasenschnitt, Laub und andere Gartenabfälle. Diese lagern wir mit unseren betriebseigenen Pflanzenresten zusammen eineinhalb bis zwei Jahre und setzen sie in der Zeit als Kompost regelmäßig um. Danach wird der auf trockenen, sehr sandigen Flächen ausgebracht und eingearbeitet, weil dort zu wenig Humus im Boden ist. So gewährleisten wir einen kleinen geschlossenen Nährstoffkreislauf, der ebenfalls durch mehr Humus für einen gesünderen Boden sorgt. Zudem enthält Kompost viele Spurenelemente und Enzyme.